Wie kann die Geschichte des Nationalsozialismus für Jugendliche greifbar und persönlich erfahrbar werden? Die Bildungsbox „Stolpersteine“ bietet dafür einen besonderen Zugang. Im Mittelpunkt stehen die Lebensgeschichten von Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Anhand konkreter Biografien können Jugendliche nachvollziehen, welche Auswirkungen Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung auf das Leben einzelner Menschen hatten.
Für unsere Schule ist das Thema besonders relevant: Wir tragen den Namen Frieda Glücksmann und bereiten derzeit die Verlegung eines Stolpersteins zu ihrer Ehrung vor. Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen setzen sich im Rahmen des Workshops „Stolpersteine“ intensiv mit der Biografie unserer Namensgeberin und der Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung auseinander.

Mithilfe von historischen Quellen und biografischen Informationen erfahren die Jugendlichen mehr über Frieda Glücksmann und erhalten gleichzeitig einen Einblick in die Lebensrealitäten von Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. Dabei wird deutlich, dass Geschichte nicht nur in Schulbüchern oder an weit entfernten historischen Orten stattgefunden hat, sondern auch unmittelbar vor unserer eigenen Haustür.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt deshalb auf dem regionalen Bezug und der Bedeutung von Stolpersteinen als Erinnerungsorte. Sie machen die Geschichte einzelner Menschen sichtbar und schaffen eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Für die Schülerinnen und Schüler bietet sich dadurch die Möglichkeit, sich nicht nur mit Geschichte auseinanderzusetzen, sondern auch aktiv an der Erinnerungskultur mitzuwirken.
Die Vorbereitung der Stolpersteinverlegung im kommenden Mai gibt den Jugendlichen die Gelegenheit, selbst Verantwortung zu übernehmen: Sie recherchieren, stellen Fragen, setzen sich mit der Biografie von Frieda Glücksmann auseinander und überlegen, wie ihre Geschichte heute erinnert werden kann.
Mit der geplanten Verlegung möchten wir Frieda Glücksmann als unsere Namensgeberin ehren und ihre Lebensgeschichte dauerhaft sichtbar machen. Gleichzeitig möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern vermitteln, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten.
Erinnern bedeutet für uns: Geschichte verstehen, Verantwortung übernehmen und Menschen vor dem Vergessen bewahren.
