Im Rahmen unseres deutsch-polnischen Austauschs besuchten wir, Schülerinnen und Schüler der Frieda-Glücksmann-Oberchule, den Potsdamer Landtag, den heutigen Regierungssitz des Landes Brandenburg. Während einer Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die politische Arbeit und die Bedeutung demokratischer Institutionen in Deutschland. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Mitbestimmung, Freiheit und Verantwortung für eine moderne Gesellschaft sind.
Im Anschluss führte uns ein Spaziergang durch die Potsdamer Innenstadt zur Gedenkstätte Lindenstraße 54. Dieser historische Ort beeindruckte die Gruppe besonders, da hier die wechselvolle Geschichte Deutschlands auf eindringliche Weise sichtbar wird. Das Gebäude diente in unterschiedlichen politischen Systemen als Gefängnis und erinnert heute an die Opfer von Unterdrückung und politischer Verfolgung.
Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten dort in gemischten Vierergruppen mit jeweils zwei deutschen und zwei polnischen Teilnehmenden zusammen. Gemeinsam setzten sie sich mit den Geschichten und Schicksalen der Menschen auseinander, die an diesem Ort inhaftiert waren. Der Besuch bot zugleich eine wichtige Vorbereitung auf die kommende Exkursion zur Gedenkstätte Sachsenhausen.
Nach dem eindrucksvollen Aufenthalt nutzten die Gruppen die Gelegenheit, die Potsdamer Innenstadt eigenständig zu erkunden. Dabei standen der Austausch, gemeinsame Gespräche und das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. Der Tag verband somit historische Erinnerung mit gemeinschaftlichem Erleben und zeigte, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft sind.
Auf Spurensuche – Gemeinsam besuchten wir auch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Vom Brandenburger Tor aus liefen wir am Reichstag entlang bis zum Bundeskanzleramt und weiter durch den Tiergarten zur Gedenkstätte. Dabei bewegten wir uns in bilateralen Gruppen und konnten unterwegs viele Eindrücke von der Stadt sowie von der deutschen Geschichte sammeln. Anschließend liefen wir weiter zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, wo sich die jeweiligen Gruppen intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen sollten. Danach hatten wir Freizeit, sodass die Schülerinnen und Schüler die Berliner Innenstadt selbstständig und auf eigene Faust erkunden konnten.
Geschichte und Gegenwart, es war ein emotionaler Besuch der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen. Während des Rundgangs über das Gelände erhielten die Schülerinnen und Schüler vielfältige Informationen zur Geschichte des Ortes sowie zu den dort begangenen Verbrechen und den historischen Hintergründen des ehemaligen Konzentrationslagers.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur und der Bedeutung des Ortes für das heutige historische Bewusstsein. Dabei wurden auch weitere zentrale Aspekte der Gedenkstätte berücksichtigt, um ein umfassendes Verständnis zu ermöglichen.
Zur Vor- und Nachbereitung erhielten die Lernenden ein Arbeitsblatt mit Aufgabenstellungen und Materialien. Diese wurden anschließend in Kleingruppen bearbeitet und gemeinsam ausgewertet, um die Eindrücke des Besuchs zu vertiefen und zu reflektieren.
Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsamer polnischer Abend, mit dem sich die Gastschülerinnen und Gastschüler bei der deutschen Gruppe bedankten. Neben kleinen Präsenten und polnischen Süßigkeiten sorgten Spiele, Tanz und gemeinsame Gespräche für einen gelungenen Ausklang und stärkten den kulturellen Austausch zwischen den Teilnehmenden.
Am Abend trafen sich alle erneut und ließen den ereignisreichen Tag bei einem gemeinsamen Abendessen in gemütlicher Atmosphäre ausklingen.
Text: Klose
